Achtung Schafe

Titelbild Sulawiki


Der Widder in der griechischen Sage

Die griechische Sage um das Goldene Vlies eines Widders beschreibt im ersten Teil die Rettung zweier Kinder durch den geflügelten Widder, um dessen goldenes Fell es im zweiten Teil geht.

Am Beginn der alten griechischen Sage vom goldenen Vlies steht eine böse Stiefmutter, die die Kinder ihres Mannes loswerden will. Davon hörte die richtige Mutter der Kinder, und sie bat den Gott Hermes um Hilfe. Hermes schickte den Kindern den göttlichen Widder Chrysomeles. Chrysomeles hatte ein goldenes Fell und er konnte fliegen. Gerade noch rechtzeitig konnten die Kinder Phrixos und Helle auf dem Rücken des Widders entkommen. Hermes hatte Chrysmeles einen Auftrag gegeben: „Fliege mit den Kindern nach Kolchis am schwarzen Meer“. Und so flog der Widder mit den Kindern davon.

Unversehrt kamen sie in Kolchis an. Der König Aietes freute sich über den mit echtem Gold besetzten Widder und nahm die Kinder freundlich an seinen Königshof. Als Dank an Zeus, den Vater aller Götter, wurde der rettende Widder geopfert. Das goldene Fell des Widders ließ der König Aietes an einer Eiche in einem geweihten Wald aufspannen.

Er machte einen unschlagbaren Drachen zum Wächter seines geweihten Waldes. Dieser Drachen schlief niemals, um das Goldene Vlies unaufhörlich bewachen zu können. Das goldene Vlies war überall berühmt und begehrt und viele waren bei ihren Versuchen, dieses Fell zu rauben, an dem grausamen Drachen gescheitert.

Entschlossener als alle anderen vor ihm war ein Held namens Jason von derselben Insel Iolkos, von der damals die Geschwister durch den Goldenen Widder gerettet wurden.

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Um seinen rechtmäßigen Anspruch auf einen Königsposten zu erhalten, sollte Jason das Goldene Vlies an den Ursprungsort zurückholen. Jasons große Heldentaten währens einer langen gefährlichen Irrfahrt durch das Mittelmeer werden in der sogenannten Argonautensage beschrieben. Argo hieß das starke Segelschiff, das die heldenhafte Besatzung, unter ihnen der Sänger Orpheus, bis zum Ziel der Insel Kolchis brachte.

Nachdem er endlich sicher in Kolchis gelandet war, gelangte Jason zum Königspalast, ohne dass ihn jemand sah. Die Göttin Hera half ihm dabei, indem sie einen schützenden Nebel über die Stadt legte.

So trat Jason endlich vor König Aietes und sagte: „Mich schickt Pelias von Thessalien. Ich bin gekommen, um das goldene Vlies zu holen“. Aber Aietes wollte das Vlies nicht herausgeben, da ein Orakel gesprochen hatte, dass König Aietes nur solange leben würde, wie er es besitze.

So stellte er Jason unlösbare Aufgaben. „Ich habe zwei feuerspuckende Stiere, die der Gott Hephaistos selbst aus Erz geformt hat. Die sollst du vor einen Pflug spannen und mit ihnen das Feld des Ares beackern. Danach sollst du die Saat ausstreuen, die ich dir gebe: Drachenzähne, aus denen bewaffnete, eiserne Krieger erwachsen.“

Diese Arbeit, hoffe Aietes, würde Jason nicht ausführen können. Entweder die Stiere oder die Eisenmänner würden ihn töten. Auch Jason glaubte, den Aufgabe nicht erfüllen zu können. Doch Jason glaubte fest daran, dass er das goldene Vlies sicher nach Iolkos zurückbringen würde. Deshalb willigte er ein.

Medea, die Tochter des Königs Aietes, hatte sich in Jason verliebt. Sie beschloss, Jason zu helfen, indem sie ihm für einen Tag lang Zauberkräfte verlieh, um die schwierigen Aufgaben des Königs zu bewältigen. Sie gab ihm ein Zauberöl, das ihn für einen Tag unverwundbar machte. Dazu gab sie ihm Ratschläge, wie er die Eisenmänner besiegen könnte.

Der folgende Tag war für den Wettstreit bestimmt. Jason stand früh auf und rieb sich von Kopf bis Fuß mit dem Öl ein, das ihm Medea gegeben hatte. Sogar seine Waffen und seine Rüstung tauchte er in den Zaubersaft.

Danach forderte er die Diener des Königs auf, den Stall aufzuschließen, in dem die Stiere hausten. König Aietes und sein ganzer Hofstaat waren gekommen, um zu sehen, ob Jason seine Aufgabe erfüllen könne. Nur schwer konnte Aietes seine Schadenfreude Jason gegenüber verbergen.

Als die Stiere tobend und schnaubend aus dem Stall hervorbrachen, packte sie Jason mit übermenschlicher Kraft an den Hörnern und zwang sie in das Joch des Pfluges. Ihr Feueratem traf Jason, verletzte ihn aber nicht. Jason trieb die Stiere auf das Feld des Ares und pflügte es. Dann ergriff er den Beutel mit den Drachenzähnen und sähte sie aus.

Nach und nach erwuchsen aus den Samen die eisernen Krieger. Bald glänzte der ganze Acker voll von Waffen. Da tat Jason, was ihm Medea geraten hatte. Er warf einen Stein mitten zwischen die Krieger. Sogleich fingen diese an, um den Stein zu streiten und fielen übereinander her. Bald lagen überall auf dem Feld die erschlagenen Krieger.

Aietes war außer sich vor Wut, als er sah, wie Jason seine Aufgabe erfüllte. Zornig dachte er darüber nach, wie er Jason töten könnte.

Medea ahnte, was ihr Vater vorhatte. Nachts kam sie in den Hafen und warnte die Argonauten. „Ich will dir helfen, das goldene Vlies zu bekommen“, sagte sie zu Jason. „Doch kannst du es nur erhalten, wenn du es dem König stiehlst.“

Das goldene Vlies war noch immer an eine Eiche im Wald des Ares genagelt. Noch immer wurde es von dem gefährlichen Drachen bewacht, doch Medea konnte zaubern. Sie warf dem Ungeheuer einen Kuchen vor, den sie mit einem Schlaftrunk getränkt hatte. Der Drache fraß den Kuchen und schlief sofort ein. So konnte Jason das Vlies von dem Baum lösen und auf die Argo bringen.

Die Argonauten lichteten eiligst die Anker und brachen in Richtung Heimat auf - mit dem Goldenen Vlies an Bord und der hilfreichen Königstochter Medea, die ihren Vater verraten hatte, um Jason zu helfen.

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Zurück in Jasons Heimat Iolkos konnten dann jedoch weder das Goldene Vlies noch die Zauberkräfte von Medea Jason zu seinem beanspruchten Königsthron verhelfen. Dehalb sind die beiden von Iolkos geflohen, und zwar nach Korinth, wo sie noch lange glücklich zusammen lebten.

Nacherzählt von Jule Philippi und Janne Behrens
Seite aktualisiert am 31.05.2009
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