Achtung Schafe

Titelbild Sulawiki


Die häufigsten Fragen über Schafe

Kann ich mal streicheln?
Was braucht ein Schaf?
Wann werden Lämmer geboren?
Können Schafe frieren?
Mit wem sind Schafe verwandt?
Hammel oder Widder?
Wie alt werden Schafe?


Kann ich mal streicheln?

Lieber vom Schaf streicheln lassen,
denn Schafe sind scheue Fluchttiere. Vor allem am Kopf werden sie meist nicht gern berührt.

Gleichzeitig sind sie aber auch sehr neugierig und freuen sich meistens über Abwechslung, Gesellschaft und Abenteuer.
Tipp: Hand anbieten, dann schnuppern sie dran und das fühlt sich echt schön an.

Wer geduldig genug ist, Schafe auf sich neugierig zu machen, durch gemürliches Sitzen auf der Wiese z.B., wird auch die Gelegenheit haben, in ihre Wolle zu greifen. Einige Schafe, die früh auf Menschen geprägt wurden, lieben es, am Bauch gekrault zu werden.

Schafe zeigen sehr deutlich, was sie interessiert und was ihnen Angst macht.

Ein einfacher Weg, den Schafen näher zu kommen, ist die tägliche Fütterung, die aus Heu oder Wurzeln bestehen kann.


Schwieriger ist der Umgang mit Böcken:
Sie stubsen schon mal mit der Nase nach Streicheleinheiten. Dieser Versuchung sollte man aber tunlichst widerstehen!

Denn wenn Böcke körperliche Nähe und Vertraulichkeiten mit Menschen erleben, können sie bald auf die Idee kommen, die Menschen als gleichwertige Konkurrenz zu sehen. Und die wird alsbald weggestoßen - mit voller Bockkraft.


Was braucht ein Schaf?

Andere Schafe
Schafe sind Herdentiere, die nicht ohne andere Schafe glücklich leben können. Je ursprünglicher die Schafsrasse, wie z.B. Schnucken, umso größer muss die Herde sein. Einige Schafsrassen, wie z.B. Milchschafe sind im Laufe der Züchtung so zutraulich geworden, dass man sie auch in Dreiergruppen halten kann.

Frische Luft
Schafe sind Steppentiere, keine Höhlentiere, auch wenn sie sich an bergiges Gelände gut anpassen können. Schafe suchen zwar gelegentlich Schutz vor stürmischen Niederschlägen, aber eine lange Zeit im Stall ohne viel frische Luft entspricht nicht ihrer Natur. Schafe müssen nicht vor Kälte geschützt werden, nur die frisch geborenen Lämmer benötigen eine kuschelige Ecke ohne Zugluft.

Auch zum Thema Frischluftbedarf unterscheiden sich die Schafrassen. Die ursprünglichen Rassen, meist gehörnt, wählen fast nie den Aufenthalt im Stall, die Guteschafen ertragen es überhaupt nicht, eingesperrt zu sein. Andere ertagen es bei guter Futterlage gern, den Winter oder die Nächte im Stall zu verbringen.

Rauhfutter
Heu, Gras und Blätter heißen Rauhfutter, obwohl es sich ja ganz weich anfühlen kann. Das ist die natürliche Nahrung der Schafe, wofür ihr vierteiliger Magen optimal geeignet ist.

Das sollte den allergrößten Anteil des täglichen Futter Rupfens ausmachen. Im Rauhfutter sind ausreichend Ballaststoffe vorhanden, die auch wiedergekäut werden können.

Das Gegenteil zu Rauhfutter ist Kraftfutter, Zusatzfutter o.ä. und nur in kleinen Mengen für Schafsmägen verträglich.
Damit sie das Heu so gut Rupfen können, wie das Gras von der Wiese, wird Heu in Raufen gegeben: Zwischen Gitterstäben können die Schafe sich das Heu herauszupfen, das sie fressen wollen. Wenn Heu erstmal auf dem Boden liegt, und die Schafe darauf treten, urinieren und koten, mögen sie es nicht mehr.

Frisches Wasser
Im Vergleich zu Pferden ode Hunden trinken Schafe wenig Wasser, doch es ist sehr wichtig für sie, immer Zugang zu frischem (und nicht zugefrorenem) Wasser zu haben. Vor allem im Winter, wenn schön trockenes Heu die Hauptspeise ist.

Platz und Bewegung
Schafe können gut mit einem knappen Futterangebot leben.Wenn das Gras karg ist und die Steppen weit, müssen die Schafshufen schon einige Kilometer zurücklegen können. Werden Schafe auf einer Koppel gehalten, rechnet man 1 ha (=10.000 m²) für 10 Schafe. Aber jeder Weidenwechsel und jeder Fußweg ist sicherlich willkommen.

Manchmal mehr
Zusätzlich zum Rauhfutter brauchen Schafe einen Mineralien-Leckstein und oft auch kleine Mengen von Zusatzfutter, z.B. eingeweichte Rübenschnitzel und eingeweichtes Getreide mit frisch geraspelter Möhre oder Apfel.

Das sind Leckerlis für die Schafe, wovon sie auf keinen Fall zu viel bekommen dürfen. Ihre Wiederkäuermägen sind auf mageres Futter eingestellt, d.h. der Körper löst extrem viele Nährstoffe aus dem Futter heraus. Wenn Schafe zuviel Eiweißhaltiges wie Hafer, Rüben oder Kartoffeln gefressen haben, bekommen sie Durchfall. Das ist ein deutlicher Hinweis, sofort die Fütterung zu ändern.


Schutz vor Giftpflanzen, Küchen- und Gartenabfällen
Warum fressen Schafe manchmal Dinge, die für sie giftig sind, an denen sie sterben? Das liegt vielleicht an der langen Zuchtgeschichte der Schafe, wobei einige Instinkte verloren gegangen sind. Welche Lämmer werden von ihren Müttern auf diese Gefahren hin erzogen?

Es gibt lange Listen von Schaf unverträglichen Pflanzen, das meiste davon sind Garten-Zierpflanzen, vor allem die Wintergrünen. Oft sind es auch für Menschen Giftige, wie z.B. Eibe oder Efeublüten.

Eine andere Gefahr, vor der Schafe geschützt werden sollten, sind Küchen- und Gartenabfälle: Schafe sind keine Schweine, sondern haben einen sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt, der eigentlich nur Gras, Blätter und heu verträgt. Wer wohlmeinend seinen Heckenschnitt oder Avocados auf die Schafskoppel wirft, bedroht das Leben der ganzen Herde.


Wann werden Lämmer geboren?

Fünf Monate, nachdem der Samen vom Bock in das Schaf gekommen ist
Die Geburtstermine werden meistens von den Schafshaltern so gelegt, dass sie es praktisch finden. Nach der Planung wird der Bock fünf Monate vor den geplanten Geburten zu den Schafen gelassen. Die typische Zeit, decken zu lassen, ist der Herbst.

Die allermeisten Lämmer werden zwischen Weihnachten und Sommer geboren. Wenn die Schafe im Januar, Februar und März noch im Stall verbringen, sind sie für die entstehende Wärme dort geschoren, was für das Ablammen vorteilhaft ist. Im Stall ist es einfacher, die Geburten zu überwachen und bei Bedarf zu helfen.


Können Schafe frieren?

Niemals - fast
Schafshaare sind von so einmaliger Zusammensetzung, dass sie vor Kälte und Feuchtigkeit besser schützen als jede andere Faser auf der Welt. Wollfasern können ein Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne ihre Wärmeleistung zu verlieren. Die lange, geringelte Wolle besteht aus so vielen Lufteinschlüssen, dass die Wärmeisolierung unübertroffen ist.

Schafe können nicht frieren, solange sie ihre Wolle am Körper haben. Werden Schafe geschoren, sind sie hingegen sehr kälteempfindlich und brauch vielleicht sogar mal einen Wollpullover. Auch neugeborene Lämmer sind solange Kälte empfindlich, bis sie trocken geleckt oder gerieben sind.


Mit wem sind Schafe verwandt?

Schafe sind Paarhufer aus der Klasse der Säugetiere. Da sie einen mehrteiligen Magen besitzen, zählt man sie zur Unterordnung der Wiederkäuer. Neben Büffel, Bisons, Antilopen, Gazellen, Rindern und Ziegen gehören Schafe zur Familie der Hornträger. Wie der Name schon sagt, kennzeichnet diese Familie die Hornbildung am Kopf, auch wenn vielen Schafrassen die Hornausprägung weggezüchtet wurde, kann man die Ansätze meistens noch sehen.
Schafe gehören zur Unterfamilie der Ziegenartigen, können aber nicht mit Ziegen gekreuzt werden. Der lateinische Fachname von schafen lautet Ovis aries.


Hammel oder Widder?

Das männliche Schaf nennt man Bock oder Widder. Das Widderhorn hat die archaische Schneckenform, wie bei Heidschnucken oder Scotish Blackface gut zu sehen.

Milchschafböcke haben keine Hörner, dewegen würde man sie kaum als Widder bezeichnen.

Manche Bocklämmer werden kastriert, weil man es nicht in der Zucht einsetzen möchte und Böcke ab einem gewissen Alter recht anstrengend in der Herde werden. Sobald dieses kastrierte Bocklamm dann über ein Jahr alt ist, heißt es Hammel und wird meist zur Fleischerzeugung gehalten.

Das weibliche Schaf, welches bereits Junge zur Welt gebracht hat, heißt Mutterschaf (Mehrzahl: Muttern) oder Aue und das noch nicht einjährige Jungtier nennt man Lamm.


Wie alt werden Schafe?

Die Lebenserwartung der Schafe kann über 10 Jahren liegen. Werden sie trotz schwacher Zähne weiter gut gefüttert (und nicht durch Geburten belastet), können sie noch viel älter werden. Ein gehätscheltes Lieblingsschaf ist schon 27 Jahre alt geworden. Doch bereits ab 6 Jahren spricht man von einem alten Schaf, was man dem beginnenden Hohlkreuz ansehen kann.
Seite aktualisiert am 11.06.2009
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