Achtung Schafe

Titelbild Sulawiki


Guteschafe sind die besten

Guteschafe
Wilde Schnucken aus der Eisenzeit

Guteschafe sind eine der ältesten Schafrassen Europas. Heute kommen sie von der Insel Gotland, aber Textilfunde und Wollanalysen zeigen, dass in der Eisenzeit solche Schafe in ganz Nordeuropa verbreitet waren.

Schafe hatten nicht immer Wolle, früher trugen sie ein Haarkleid, wie andere wildlebende Tiere auch, zum Beispiel Rehe. Im Laufe der Haustiergeschichte haben unsere Schafe ein Wollkleid bekommen, das die Menschen verarbeiten konnten. Guteschafe sind den ursprünglichen Wildschafen noch sehr ähnlich. Das wird daran deutlich, dass sie im Frühsommer ihr Fell wechseln. Sie müssen also nicht geschoren werden. Eigentlich.

Denn hier kann es manchmal zu Problemen kommen.
Da diese Schafe in den 1980er Jahren fast ausgestorben waren, wurden die verbliebenen gut 40 Tiere - um sie zu retten - mit anderen ursprünglichen Schafen gekreuzt. Dabei wurde das Merkmal des Wollwechsels beeinträchtigt. Heute gibt es wieder an die 2000 Tiere, so dass wieder verstärkt darauf geachtet wird, nur von Tieren weiter zu ziehen, die einen vollständigen Wollwechsel zeigen.

Die Guteschafe haben eine hervorragende, ursprüngliche Wolle mit einem hohen Haaranteil zum Hüte- und Schuhefilzen. Das Filzprodukt wird sehr fest.
Die Wolle ist auch ohne Vorarbeiten (Kardieren) direkt vom Schaf zu verarbeiten. Es ist auch möglich, Hüte ohne Innenform oder Seife herzustellen, weil die Wolle modellierbar ist.

Die kleine Herde der Wollwerkstatt Walmsburg [www] benimmt sich ziemlich wild auf ihrer großen Weide. Diese Tiere lassen sich in keinen Stall sperren. Egal wie kalt es ist, sie brauchen den Himmel über ihren Köpfen. Wo sie nicht bleiben wollen, da gehen sie. Egal, wie hoch der Zaun ist. Im Stall nimmt der Stress für diese sehr aggressiven Tiere so zu, dass sie sich gegenseitig "an die Wand nageln“. Aber in der Natur gibt es keine Stallwände. Und in der Natur bietet Aggressivität diesen Tieren Schutz. Das „Haustier-sein“ ist bei ihnen noch nicht ganz angekommen.

Andrea Funcke [www], Elbtalaue


Weitere Informationen im Internet [www]
Seite aktualisiert am 26.01.2009
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