In der Gerbergasse
Felle gerben - ein altes Handwerk In Städten mit alter Handwerkstradition findet man im Straßenverzeichnis oft Gerbergasse, ja, eher kleine Gassen, als große Straßen oder Allee. Der Gerber sollten wegen des Geruchs ihrer Arbeit unter sich bleiben. Was passiert beim Gerben? Nachdem ein Tier geschlachtet ist (durch Krankheit Verstorbene eignen sich nicht, da das Fell nicht schnell genug nach dem Tod abgezogen wird), wird mit scharfen Messern die Oberhaut von der Unterhaut des Tieres getrennt. Dafür wird es an den Hinterbeinen aufgehängt. Dann werden die fleischigen Reste von der Haut entfernt und die Bearbeitung der Tierhaut zu Leder kann beginnen. Das reine Leder wird von Schafen kaum verwendet, es ist nur eine Schafrasse für ihr stabiles Leder bekannt, meistens wird die Haut von Schafen als Fell gegerbt, d.h. haltbar gemacht. Dafür gab und gibt es verschiene Methoden, die alle mit langen Badeprozeduren verbunden sind. Oft werden scharfe chemische Substanzen verwendet, von denen inzwischen viele in Deutschland verboten sind. Deswegen gibt es nur noch wenige Gerbereien in deutschland. Das Gerben auf umweltverträgliche Art ist aufwendig und teuer. Auch im Mittelalter war das Gerben extrem belastend für die Gesundheit der Menschen, zumal die Felle ja von Hand in den Tauchbädern bearbeitet wurden - und was Tierhaut gerbt, beeinträchtigt auch die Haut der Menschen. Deshalb war Gerber im Mittelalter kein beliebter Beruf und die Zunft stand in der Hirarchi ganz unten. |