Schafe im UrwaldSchafe nützen zum Urwald schützen Mittelamerika sieht auf der Landkarte aus wie eine schmale Brücke zwischen Nord- und Südamerika oder wie der westliche Rand der karibischen Inselgruppe. Die Karibik und Mittelamerika werden mit den Klimaveränderungen immer häufiger von Wirbelstürmen, Hurricans, extremer Trockenheit oder extremen Regenfällen heimgesucht. Nicaragua ist das größte Land Mittelamerikas (Mexico gehört nämlich zu Nordamerika). An der Pazifikküste wächst seit Urzeiten ein riesengroßer (5 Millionen ha) tropisches Trockenwald. Davon hat der Hurrican Felix 500.000 ha Wald zerstört. aus der Postkartenkollektion Schäfereigenossenschaft Finkhof Durch extreme Wetter- und Klimaereignisse wird nicht nur der Urwald direkt zerstört, sondern es gehen Jahr für Jahr verlieren Bauern ihre Ackerflächen an die Trockenheit. Die Kleinbauern, die auf ihren verdorrten Feldern kein Mais und Gemüse mehr anbauen können, steigen um auf extensive Viehzucht, schlagen verbotenerweise Holz (für Hausbau, Feuerholz, Holzverkauf) oder roden sich ein Stück Urwaldland durch Waldbrände, um wieder nutzbares Ackerland zu haben. So droht die Zerstörung des größten zusammenhängenden Urwaldgebietes Mittelamerikas. Und mit dem Urwald verschwindet vieles mehr: - Natürlicher Wasserspeicher Wald - Natürlicher Humusproduzent Wald - Wertvolle Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren Lebendiger Boden, Waldluft und sauberes Wasser sowie auch die Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten sind die Lebensgrundlagen für alle. Für den Urwald an Nicaraguas Westküste haben sich einige Leute ein besonderes Konzept ausgedacht, um den verarmten Bauern und dem bedrohten Urwald gleichermaßen zu helfen: Den Wald als Viehweide nutzen und ihn gleichzeitig zum Wachsen zu bringen, erfodert einen ausgeklügelten Flächennutzungsplan, in dem verschiedene Wald-Weide-Verhältnisse festgelegt werden: - Waldzonen, die nur geschützt und nicht beweidet werden - Waldzonen, die wenig beweidet werden - Aufforstungsflächen ohne Beweidung - Aufforstungsflächen mit Pflegebeweidung - Weidegebiete Während die verbreitete extensive Rinderhaltung schonungslos den Boden und den Wald belastet, ist der gezielte Einsatz von Schafen dazu geeignet, sowohl den Fleischbedarf der Bauern zu decken und dabei gleichzeitig die Lebensgrundlagen zu verbessern. Für dieses erfolgreiche ökologische Projekt wurde eine Schäferschule in Rivas (Nicaragua) eingerichtet, zu der große Flächen gehören, die nach dem neuen Konzept für Waldschutz und Schafzucht genutzt werden. Schon viele Bauern in Nicaragua haben sich von den erfolgreichenBeispielen überzeugen lassen und sind umgestiegen auf die Schafzucht, die ihnen bessere Perspektiven für die Zukunft bietet - und jeder leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Urwaldes in Nicaragua. Unterstützung erhält das Projekt von dem Verein "Hilfe zur Selbsthile e.V.", der sich vor vielen Jahren aus der Finkhofgenossenschaft gegründet hat. Pelibuey-Schafe im Wörterbuch der Schafsrassen aus der Postkartenkollektion Schäfereigenossenschaft Finkhof |