Achtung Schafe

Titelbild Sulawiki


Schafe im alten Ägypten

Wie viele andere Tiere galt auch der Widder im alten Ägypten als heilig. Er wurde häufig mit dem Wind- und Fruchtbarkeitsgott Amun gleichgesetzt.

Spätestens seit 10.000 v. Chr. zogen steinzeitliche Jäger und Sammler durch das fruchtbare Niltal. Sie sammelten Beeren und Wurzeln, jagten Gazellen und Antilopen und fingen Fische. Um 5500 v. Chr. ließen sich ihre Nachkommen in ersten Dorfgemeinschaften nieder. Sie bauten Weizen und Gerste an und züchteten Schafe, Ziegen und Rinder. Die Schafe lieferten ihnen Fleisch, Wolle und Häute. Die männlichen Schafe mit ihren imposanten Hörnern galten als Inbegriff der Fruchtbarkeit.

Widder wurden in der Kunst des alten Ägypten (seit 3100 v. Chr.) häufig abgebildet. Ihre spiralförmigen Hörner stellten göttliche und königliche Symbole dar. Der Sonnengott Re wurde nicht nur mit Falkenkopf, sondern auch mit einem Widderkopf gezeigt. Seine Hörner trugen dann die Sonne. In anderen Abbildungen erscheint der Sonnengott auch als widderköpfiger Falke.

Der Widder war zudem das heilige Tier des Gottes Amun, des Wind- und Fruchtbarkeitsgottes. Amun wurde ab ca. 2000 v. Chr. von den Pharaonen in Theben verehrt. Aus den beiden Hauptgöttern Amun und Re schufen die Priester schließlich die Gottheit Amun-Re. Ihr ist der Karnak-Tempel in Theben (Luxor) geweiht, wo Amun-Re als "König der Götter" beschrieben wird. Vor dem Eingang zum Karnak-Tempel befindet sich eine Allee von Widdersphingen. Diese Sphingen stellen eine ägyptische Sonderform dar: Wie der berühmte Sphinx von Giseh besitzen sie einen Löwenkörper; doch statt eines Menschenkopfes ziert sie ein Widderkopf. Zwischen ihren Vorderpfoten und somit unter ihrem Schutz steht eine kleine Statue von Ramses II., eines berühmten Pharaos aus der Zeit des Neuen Reiches.

In der ägyptischen Kunst stellten Tierfiguren meist Götter dar. Sie dienten aber auch als Schutzmacht oder stellten einzelne individuelle Tiere dar. Später wurden viele Tiere einbalsamiert und ähnlich wie menschliche Mumien beigesetzt. So fand man beispielsweise mumifizierte Überreste von Katzen, Falken, Krokodilen, Schlangen und Widdern.



Claudia Stodte, Hamburg
Autorin des Reiseführers "Iran" und des Kinderbuches "Hamburg entdecken & erleben".



Ein interessanter Artikel dazu im Internet [www]
Seite aktualisiert am 11.02.2009
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