Achtung Schafe

Titelbild Sulawiki


Schwarze Wolle - Weiße Wolle

Oussant-Schafe
Schwarze Schafe sind selten

Die meisten Schafe sind ziemlich weiß, einige haben dunkle Flecken im Gesicht oder dunkle Beine und Köpfe.

Und manchmal gerät einfach ein dunkles Schaf in eine Herde heller Schafe, selten sogar mal ein geschecktes. Bei den Milchschafen und bei den Bergschafen gibt es jeweils eine weiße und eine braune Art.


Nur wenige Schafsrassen werden extra mit dunkler Wolle gezüchtet.

Dunkle Schafe wurden deshalb viel weniger gezüchtet, weil sich nur die helle Wolle färben lässt und damit den Wollfreunden viel mehr Farbmöglichkeiten bietet. Aber natürlich gibt es auch Menschen, die gewachsene dunkle Wolle und Felle bevorzugen. Ihr fuchsfarbenes, hellbraunes Fell ist z.B. das beliebte Kennzeichen der Coburger Füchse.

Den bekannten Heidschnucken sowie auch den braun-grauen rauhwolligen pommerschen Landschafen wurde ihre dunkle Färbung gern gelassen. Die eher grobe und stabile Wolle dieser Schafe wurde nicht an Woll- und Tuchfabriken verkauft, sondern diente den Schafshaltern zur preisgünstigen Selbstversorgung mit warmen Socken & Co.

Und es gibt Schafe, die allermeistens schwarz sind: Ousant-Schafe sind nicht nur bekannt als die kleinste Schafrasse der Welt, sondern es gibt eine besondere Geschichte, warum sie so klein und fast immer ganz schwarz in ihrer Heimat geschätzt und gezüchtet wurden:

Oussant-Schafe stammen von einer kleinen Insel zwischen Frankreich und England. Dort lebten jahrhundertelang eigentlich nur Fischerfamilien. Wenn die mal etwas anderes als Fisch essen wollten, war so ein Schaf nicht schlecht. Nur sollte nichts übrig bleiben, da die Menschen weder große Familien noch eine Tiefkühltruhe hatten. Also waren sie froh über kleine Schafe, die außerdem noch mit wenig Platz und wenig Futter auskamen.

Fischer im Atlantik zu sein, war früher ein lebensgefährlicher Beruf. Allzu häufig "blieben die Fischer auf See" und ihre Frauen wurden Witwen. Für die entsprechende Kleidung benötigten die Frauen viel, viel schwarze Wolle, um daraus Mäntel, Röcke und Umhänge zu weben.

Deshalb waren die schwarzen Schäfchen die wichtigsten und von ihnen wurde weitergezüchtet. So ist es zu den kleinen, hübschen, dunklen Oussant-Schafen gekommen. Sie sind heutzutage auf norddeutschen Wiesen anzutreffen, wo die Besitzer keine großen Mengen an Wolle, Fell oder Fleisch von ihren Schafen erwarten und sich an der Robustheit und dem hübschen Aussehen der Oussantschafe erfreuen.
Seite aktualisiert am 22.01.2009
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