Und wie weiter - fragt das Findel-Lamm![]() ![]() ![]() ![]() Elly, das kleine Findel-Lamm, das den Umzug in unsere Gärten so tapfer mitgemacht hat, muss nochmal umziehen: In ihrer alten Milchschafherde waren immer nur die Zwei zusammen, andere Schafe hatten bei Elly und Freddy keine Chance - die Hütehunde übrigens auch nicht. So sind die Zwei also gemeinsam glückliche Garten- und Familienschafe geworden. Bis es in einem leckeren Garten giftige Zweige zu fressen gab. Thuja, Kischlorbeer, Rhododendron, alles schlecht für empfindliche Schafsmägen und die Eibe am allerschlimmsten. Wahrscheinlich war es die Eibe, die Ellys herzallerliebste Freundin vergiftet hat. Freddys Tod war ein schwerer Schock für Elly und all ihre Menschenfreunde. Und wie nun weiter - fragt Elly mit ihren großen Augen. Sie beginnt sogar zu blöken, was sie bisher nur ihrer großen, starken, mutigen Freundin Freddy überlassen hatte. Als großes Glück im tiefen Unglück taucht in Spaziergeh-Nähe eine kleine Herde von Oussantschafen auf, deren Halter bereit ist, Elly aufzunehmen. Ob der Ober-Chef-Bock das auch akzeptiert, dass ein neues, anders aussehendes Schaf in "seine" Herde kommt, muss sich noch rausstellen. Da wird heftig geschnuppert und die arme Elly ganz schön über die Wiese gejagt. Die neun weiblichen Oussantschafe verhalten sich ganz anders: Ihre Annäherung an Elly sieht viel freundlicher aus. Doch auch mit dem zudringlichen Bock, der übrigens ein wunderschönes Widder-Gehörn trägt, welches er durchaus auch zum Umschubsen Erwachsener benutzt, mit diesem neuen Leittier kommt Elly offensichtlich prima zurecht. Das sehe ich daran, dass sie sich nicht vom Grasen abhalten lässt und schon bald die ständige Nähe der gesamten Herde sucht. An den ersten zwei Abenden kam Elly noch freudig zu mir gelaufen, damit sie in ihrem vertrauten Stall und Futter versorgt zu werden, aber schon am dritten Tag hat sie mir nur noch zugeblökt, ganz offensichtlich um mir zu sagen, dass sie jetzt dort schlafen will. Ich besuche sie morgens und abends in ihrer neuen Herde. Und wenn die Herde kein Interesse an meinem mitgebrachtem Heu hat, dann kommt Elly nach zwei weiteren Tagen auch nicht mehr aus der Herde heraus, um sich ihr Lieblingsfutter abzuholen. Daran erkennt man ein glückliches Schaf. Denn was es am allermeisten braucht, ist eine Herde. Und wenn sie trotz vieler attraktiver Gelegenheiten diese Herde nie verlässt, ist das das beste Zeichen, dass Elly nach aufregenden ersten Monaten nun ein richtiges Schafsleben führt. Ich bin sehr gespannt, ob sie eines Tages von ihrem kleinen schwarzen Bock Lämmer bekommen wird... |