Achtung Schafe

Titelbild Sulawiki


Unsere Wiese ist der Deich

Entlang der Nordseeküste und sieht man sie bei der Arbeit:

Deich bei Pilsum / Wikipedia

Die Deichschafe

Deichschaf ist nicht etwa der Name einer bestimmten Schafsrasse, sondern Deichschäfereien übernehmen ein wichtiges Spezialgebiet der Landschaftspflege.

Die Deiche werden entlang der Küste gebaut, um das Land vor Überflutung zu schützen. Deiche haben eine von Wasserexperten festgelegte Höhe und eine besondere Form, um drohende Hochwasserwellen auszubremsen. In diesen langgestreckten künstlichen Hügeln stecken Steine, Beton und Erde. Außen wächst meistens Gras auf den Deichen.

Worin besteht die Aufgabe für die Schafe?
Schafe sind nicht so schwer wie Kühe oder Pferde. Deshalb wühlen sie mit ihren Hufen den Boden nicht so auf. Man nennt das auch den "Goldenen Tritt" der Schafshufe. Sie treten den Boden fest ohne dass Löcher entstehen.

Und sie fressen das Gras an einer bestimmten Höhe ohne die Graswurzel zu beschädigen. Dadurch wird das Gras optimal stabil gehalten. Eigentlich könnte man das dann den "goldenen Biss" nennen - tut aber keiner.

Mit ihren "Werkzeugen" Füße und Mäuler sorgen die Schafe dafür, dass die äußere Hülle der Deiche sicher bleibt. So helfen die Schafe ein Ausspülen des Deiches zu verhindern.

Welche Eigenschaften sollten die Schafe dafür mitbringen?
Das Leben auf dem Deich ist mit eher feucht-windigem Klima und reichlich Grasvorräten verbunden. Nicht alle Schafrassen sind so gut an das martime Klima der Küsten angepasst. Heidschnucken wird man z.B. kaum an der Nordsee finden. Für Holländische Texelschafe hingegen ist dies genau die richtige Umgebung.

Die Schafe auf dem Deich sollen keine langen Strecken zurücklegen. Der ursprünglich natürliche Wandertrieb der Schafe wurde bei vielen Rassen weggezüchtet. Eine weitere Eigenschaft, die von Deichschäfereien an Schafen geschätzt wird, heißt "Standorttreue". Wo das Zuständigkeitsgebiet der einen Deichschäferei aufhört, beginnt das nächste.

Milchschafe sind z.B. auch sehr standorttreu, sind aber in keiner Deichschäferei zu finden. Auch edle Wolle spielt auf den Deichen keine Rolle.

Vielmehr sind es Fleischschafe, die auf den Deichen grasen. Die tragen ihr Zuchtziel im Namen: weißköpfiges Fleischschaf, schwarzköpfiges Fleischschaf und blauköpfiges Fleischschaf und auch Merino-Fleischschafe. Weitere berühmte Deichschützer stammen von der holländischen Insel Texel, und heißen Texelschafe.

Warum liegen Schafe manchmal wie Käfer auf dem Rücken?
Fleischschafe sind so gezüchtet, dass sie enorm breite Rücken haben. Beim Vergleich mit den eher zierlichen Schnucken fällt es am meisten auf. Diese "fleischigen" Rücken sind nun so breit, dass die Schafe sich aus eigener Kraft nicht hoch bewegen können. Das sieht dann aus, als wären sie vom Deich gekullert. Ein Glück für so ein Schaf, wenn Spaziergänger dem Schaf wieder hochhelfen!

Wann sind Deichschafe im Stall?
Deichschafe verbringen den Winter im Stall. Das Gras wächst im Winter nicht, kann die Schafe nicht ernähren und die Grasnarbe würde eher Schaden nehmen, wenn sie soviel betreten wird. Der andere Grund ist, dass das Ablammen im geschützten Einzelboxen stattfinden soll, damit die Schafhalter den besseren Überblick haben, wo Hilfe benötigt wird.

Kann man Deichschäfereien besuchen?
Seite aktualisiert am 31.05.2009
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