Vom Zähmen und Züchten
Früher hatten alle Hörner Zuerst waren die Wildschafe da. Mit Hörnern, glattem, ziegenartigem Fell, das sich im Sommer von selbst wechselte. Diese Wildschafe, ebenso wie die Wildziegen lebten in Europa, Asien und Afrika. Bei uralten archäologischen Knochenfunden kann man Schafe und Ziegen kaum unterscheiden. Sie sind verwandt, gehören aber einer verschiedenen Art an, da man sie nicht kreuzen kann. In Asien begann die Zähmung der Schafe wahrscheinlich bei den nomadisch lebenden Völkern. Von dieser uralten Kultur gibt es noch heute einige Nachfahren: In die Herden der mongolischen Nomaden sind immer noch Schafe die wichtigsten Nutztiere, die die Versorgung mit Wolle, Käse und Fleisch sicherstellen. In Europa bgann die Zähmung von Wildschafen wahrscheinlich mit dem Sesshaftwerden der Menschen in der letzten Steinzeit, so vor gut 10.000 Jahren. Einfacher als Jagen erschien den Menschen in der Jungstinzeit das Einsperren von Wildtieren, sowie das Anbauen von Nahrungsmitteln mehr Menschen auf weniger Raum ernähren kann, als das Sammeln von Essbaren Wurzeln, Beeren, Nüssen usw. Bild von Geschichte einer Straße Wenn man sich nun also Schafe im Holzpferch an den Hütten der Jungsteinzeit vorstellt, ist man beim ersten Anfang des Hausschafes als Nutztier, außer dem Hund wahrscheinlich das Älteste der Menschen. Fortgepflanzt haben sich die Schafe, die gut mit dem neuen, weniger wilden Leben zurecht kamen. Das heißt, die Schafe mit ruhigerem Gemüt, guten Fellen und ohne Hörner durften weiter leben, und sich fortpflanzen, die anderen dienten als Lammfleisch. Sobald die Menschen entdeckt hatten, dass man sich nicht nur mit den Fellen der geschlachteten Tiere, sondern auch mit den herausgefallenen Wollresten lebender Tiere wärmen kann, wurde umsomehr auch auf dicke Wolle geachtet - das wurde dann irgendwann so dick, dass man es von den Tieren abschneiden konnte, ohne sie zu verletzen. Bis die Menschen entdeckten, dass man die Mutterschafe nach dem Lammen melken kann, verging wahrscheinlich noch lange Zeit - zumindest in Europa, wo das Klima genug andere Nahrung ermöglicht. In den Steppenländern Kleinasiens gehörte das Melken und Haltbarmachen der Milch viel früher zur Eiweiß spendenden Lebensgrundlage. Erst im 18. Jahrhundert wurde die Wolle so ein ertragreicher Wirtschaftszweig, dass man anfing, verschiedene Rassen zu züchten, die Verschiedenes leisten. Waren in der Steinzeit Leder, Felle und Fleisch noch die wichtigste Nutzung, so war es seit dem Mittelalter die Wolle. Während die Wikinger schon im frühen Mittelalter Schafe mit ihren Eroberungszügen auf bis dahin schaflose Inseln brachten, gehen die ersten Rassebeschreibungen auf das 16. Jahrhundert zurück. Im 18. Jahrhundert wollten immer mehr Menschen gezielt einsetzbare Schafsrassen züchten, nutzen und verkaufen. Dass Schafe außerdem dafür bekannt waren, gut auf schlechtem Land zu leben und den Bauern ihre Felder biologisch zu düngen, waren sie auch für ihre Bodenpflege gern genutzt. Heutzutage gibt es unzählig viele Schafsrassen und Kreuzungen. Manche, deren Eigenschaften früher das Überleben der Menschen sicherten, sind heuzutage vom Aussterben bedroht. Weil man nie weiß, ob diese alten, robusten und bewährten Erbanlagen eines Tages wichtige Kreuzungsvorräte dastellen, gibt es Organisationen, die sich um den Erhalt alter Haustierrassen kümmern, wie z.B. die g-e-h. siehe Museumsschafe am Kiekeberg |