Jule Philippi ist freie Autorin und lebt mit ihren drei Kindern Emily, Hanno und Linni in Sülldorf / Iserbrook. Zu wechselnden Themen erstellt sie die Kinderseite für "Wir Kinder aus Süllerbrook", jeweils mit Bastelideen, Rezepten und Geschichten - diesmal über Halloween. Kontakt: Philippijule@aol.com
Miraculix’ Silvesternacht
Wann feierst du Silvester? Natürlich am 31. Dezember! Aber war das immer so? Man weiß es nicht. Die Druiden im alten England jedenfalls feierten am 31. Oktober ein Fest namens Samhain – und das war so etwas wie unser Silvester.
An diesem Tag wurde der Sommer mit großen Feuern verabschiedet und gleichzeitig der Winter begrüßt. Die Menschen dankten dem Sonnengott – er hieß Samhain – für die Ernte, die sie in der warmen Jahreszeit eingebracht hatten. Sie gedachten aber auch der Toten, denn der Sonnengott wurde zu Beginn der kalten Winterzeit von dem dunklen Gott der Toten abgelöst.
In dieser Nacht – so glaubten die Kelten – kehrten die Geister der Verstorbenen in ihre Häuser zurück. Was war aber mit jenen Geister, die wegen der vielen Feuer den Weg nach Hause nicht fanden? Von denen war nichts Gutes zu erwarten. Sie spukten durch die Nacht, erschreckten friedliche Menschen und trieben ihr Unwesen mit ihnen. Man musste sie besänftigen, indem man ihnen Körbe mit Früchten und Süßigkeiten vor die Tür stellte.
Einige Jahrhunderte später ernannte der Papst den 1. November – den Tag nach dem 31. Oktober – zum Feiertag „Allerheiligen“, an dem die Menschen der Märtyrer gedenken sollten. Das Samhain-Fest wurde zu dem Fest, das am Vorabend von Allerheiligen stattfand. Auf Englisch hieß es „All Hallows Evening“ oder – abgekürzt – „Hallows E’en“. Heute sagen wir Halloween.
Noch heute verkleiden sich die Kinder als Gespenster, Hexen, Zauberer und Vampire, um die Geister zu erschrecken. Die Süßigkeiten, die die Menschen für sie bereit halten, nehmen sie gleich mit. Ob das wohl gut geht?
Die Geschichte von Jack O´Lantern
Vor langer, langer Zeit lebte in Irland ein Hufschmied. Jack hieß er, und er war ein Trunkenbold und ein Verbrecher dazu. Eines Abends – es war der 31. Oktober – saß Jack in einer Kneipe und trank wieder einmal viel zu viel. Da tippte ihn jemand auf die Schulter und das war der Teufel, der gekommen war, um ihn zu holen. Jack erschrak furchtbar, als er den Teufel sah, doch er fasste sich rasch wieder, denn er eine gute Idee. „Spendiere mit ein letztes Guiness“, bat er. Der Teufel hatte nichts dagegen, diesen Wunsch zu erfüllen, doch er stellte fest, dass er kein Geld bei sich hatte. Das war ihm sehr peinlich und deshalb verwandelte er sich in eine Münze. Jack reagierte schnell. Er packte die Münze und steckte sie in seine Geldbörse, in der sich zufällig auch ein kleines Kreuz befand. Nun war der Teufel in dem Portemonnaie gefangen. Jack ließ ihn erst wieder frei, nachdem er versprochen hatte, ihn für ein Jahr in Ruhe zu lassen.
Ein Jahr später - es war wieder am 31. Oktober – erschien der Teufel erneut, um Jack abzuholen. Jack aber konnte sich wieder retten. Er deutete auf einen Apfelbaum und sagte zum Teufel: „Siehst du diese schönen roten Äpfel? Geh und hole mir einen, dann will ich mit dir kommen.“ Der Teufel kletterte auf den Baum. Doch als er oben war, ritzte Jack ein Kreuz in den Stamm und der Teufel war wiederum gefangen. Und diesmal befreite Jack ihn erst, nachdem er versprochen hatte, ihn für alle Ewigkeit in Ruhe zu lassen.
Die Jahre vergingen. Jack wurde ein alter Mann und starb schließlich. Da kam er ans Himmelstor und bat um Einlass. Weil er aber so ein böser Mensch gewesen war, ließ man ihn dort nicht ein. Da ging er zum Teufel. Doch auch der Teufel wies ihn ab, denn er hatte vor Jahren sein Ehrenwort gegeben. Der Jammer war groß – wo sollte Jack nun hin?
Da hatte der Teufel Mitleid mit ihm. Er schenkte ihm ein Stück glühende Kohle, das niemals verlosch. Jack steckte die Kohle in eine Steckrübe, die er als Wegzehrung mitgenommen hatte. Seither irrt Jack O’Lantern mit seiner Rübenlaterne durch die Finsternis. Die Kürbislaternen, die die Menschen an Halloween aufstellen, erinnern an seine Geschichte.
Gruselrezepte
Fliegenpilze
Für zwei Pilze brauchst du:
2 hartgekochte, gepellte Eier
eine Tomate
etwas Mayonnaise
Und so geht’s: Schneide an den Eiern unten ein kleines Stück ab, so dass sie stehen können. Halbiere die Tomaten und schneide das Innere heraus, dass ein Hut entsteht. Setze die halbierten Tomaten auf die Eier. Nun noch ein paar Tupfer Mayonnaise auf die Tomaten und die Fliegenpilze sind perfekt.
Abgehackte Finger
Für zehn Finger brauchst du:
5 lange Würstchen (z.B. Knackwürstchen aus dem Glas)
5 geschälte Mandeln
Ketchup
Lasse die Würstchen zehn Minuten in nicht mehr kochendem Wasser ziehen. Brich sie anschließend in der Mitte durch. Bringe am nicht abgebrochenen Ende eine halbe Mandel als Fingernagel an. Schneide dafür mit dem Messer eine Tasche in das Würstchen und schiebe die Mandel hinein.
An der Seite, an der der Finger abgeschnitten wurde, läuft Ketchup-Blut heraus. Gib etwas Ketchup in die Mitte eines Tellers und verteile die Finger dekorativ um die Blutlache.
Augen
Du brauchst:
Kleine Mozzarella-Kügelchen (die gibt es in größeren Supermärkten)
und ein paar gefüllte Oliven in Scheiben geschnitten.
Setze auf jede Kugel eine Olivenscheibe – fertig sind die Augen. Ein paar davon auf den Salat oder zu Nudeln serviert – das sieht echt cool aus.
Basteln zu Halloween
Geisterlichter
Gespenster gibt es nicht – und schon gar nicht solche, die leuchten. Denkste! Mit etwas Material und ein bisschen Mühe kannst du das Gegenteil beweisen. Du brauchst:
Eine Lichterkette mit 10 kleinen Lichtern
10 Tischtennisbälle
ein altes Bettlaken
Bindfaden
eine spitze Schere
einen Stift zum Bemalen.
Bohre mit der Schere in jeden Tischtennisball ein Loch. Die Löcher sollten so groß sein, dass du die Bälle über die Birnchen deiner Lichterkette stülpen kannst – fertig sind die Leuchtköpfe. Achtung: Die Birnchen dürfen nicht die Innenwand der Bälle berühren. Sonst werden die zu heiß, und ihr du riskierst einen Zimmerbrand!
Wickele großzügig Stoff von dem Bettlaken um jeden Tischtennisball und binde den Stoff unter dem Ball mit etwas Bindfaden zusammen.
Nun musst du den Gespenstern nur noch Gesichter malen – dann kannst du deine Lichterkette aufhängen.
Ein Halloween-Gedicht
Mit Sprüchen wie „Süßes oder Saures“ oder „Süßes raus sonst spukt’s im Haus“ ziehen die Kinder von Haus zu Haus. Eigentlich sollte man aber etwas mehr tun, um Süßigkeiten zu bekommen, findest du nicht? Wie wäre es mit einem Halloween-Gedicht?
Rummel, Rummel, Reister,
wir sind die bösen Geister.
Wollt ihr uns vertreiben,
oder soll’n wir bleiben?
Tut ihr nichts in unsren Sack
nehmen wir euch huckepack.
Tut ihr doch was Schönes rein,
gehen wir alle artig heim.