Wir Kinder aus Süllerbrook

Titelbild Sulawiki
Wir Kinder aus Süllerbrook
Wir Kinder aus Süllerbrook

Hexen im Mittelalter

„Im Mittelalter“, liest Harry Potter in einem Aufsatz für Geschichte der Zauberei im dritten Schuljahr, „hatten nichtmagische Menschen (besser bekannt als Muggel) Angst vor der Zauberei, während sie zugleich kaum fähig waren, sie zu erkennen. In den seltenen Fällen, da sie eine echte Hexe oder einen Zauberer zu fassen bekamen, hatte die Verbrennung keinerlei Wirkung. Die Hexe oder der Zauberer übte einen einfachen Flammengefrier-Zauber aus und schrie dann wie am Spieß, während sie oder er in Wahrheit nur ein angenehmes Kitzeln spürte. Tatsächlich kam Wendeline die Ulkige derart auf den Geschmack, dass sie sich nicht weniger als siebenundvierzig Mal in verschiedenen Verkleidungen verbrennen ließ“.

Mögen sich die Hexen in Harrys Welt aus den mittelalterlichen Hexenverfolgungen einen Spaß gemacht haben, für Muggelfrauen war es alles andere als lustig, als Hexe angeklagt zu werden.

Hexen. Im Mittelalter waren das weise Frauen, die sich mit Heilkräutern auskannten und daraus Medizin herstellten. Viele konnten lesen und schreiben. Manche sagten die Zukunft voraus. Das Wichtigste aber: Sie halfen bei Geburten, waren Hebammen und berieten die Menschen in Fragen von Fruchtbarkeit und Empfängnisverhütung.

Zunächst waren die weisen Frauen sehr geschätzt, weil sie so viel wussten. Die Pest aber und die vielen anderen Seuchen, die in Europa wüteten, forderten viele Tote. Die Fürsten und Könige brauchten Untertanen, Männer vor allen Dingen, die in ihren Heeren dienen und für sie in den Krieg ziehen konnten. Die weisen Frauen, die sich auf Geburtenkontrolle verstanden, waren ihnen natürlich im Weg. Und auch die Kirche verfolgte sie. Sie unterstellte ihnen, dass sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten und nur deshalb so klug waren. Man machte sie für Unwetter, Dürre und Missernten verantwortlich, für Fehlgeburten und auch für die Pest. Damit war auch das Volk bereit, die weisen Frauen anzuzeigen und bei Gericht gegen sie auszusagen. Die Hexenverfolgung hatte eingesetzt, eines der düstersten Kapitel der Menschheit.

Frauen, die im Verdacht standen, eine Hexe zu sein, wurden verhaftet und vor Gericht gestellt. Einen Rechtsanwalt hatten sie nicht. Im Prozess wurden sie brutal gefoltert. Um den Schmerzen zu entgehen, gaben sie schließlich zu, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, obwohl das natürlich nicht stimmte. Das Geständnis war notwendig, um die Frauen verurteilen zu können. Das Urteil lautete oft: Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Wer seine Taten bereute oder andere weise Frauen an das Gericht verriet, konnte auf Gnade hoffen und wurde vor der Verbrennung erhängt. Eine weit größere Zahl von Frauen kam ihr Leben lang ins Gefängnis und musste ihren gesamten Besitz der Kirche geben.

Im Jahre 1485 veröffentlichte der Dominikanermönch Heinrich Krämer ein Buch mit dem Titel „Maleus Maleficarum“ (Hexenhammer). Darin beschrieb er, woran man Hexen erkannte, welche Verbrechen sie begingen und er gab Anweisungen, wie ein Hexenprozess geführt werden musste. Die Hexenverfolgung steigerte sich zum Hexenwahn. Nicht nur die weisen Frauen waren betroffen. Jede Frau konnte angeklagt werden, eine Hexe zu sein. Rote Haare galten als verdächtig, Sommersprossen, Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Schon wer nicht an Hexerei glaubte, galt als Ketzer und wurde vor Gericht gestellt.

40000 bis 60000 Menschen starben durch die Hexenverfolgung. Im Jahre 1782 wurde die letzte Frau als Hexe verbrannt wurde. Von da an verfolgten die Gerichte die Hexen nicht weiter. Das Volk aber glaubte weiterhin an Hexen. In Afrika wurden noch in den siebziger Jahren Hexen für den Ausbruch von Seuchen verantwortlich gemacht, die sich als Waldkäuze verwandelt haben sollen, um die Seelen der kranken Kinder zu stehlen.

Auch heute gibt es noch Frauen, die sich selbst als Hexen bezeichnen. Ob es sich dabei um weise Frauen handelt, ist eine andere Frage.

Kochecke : Kräuterquark


Hexen kennen sich mit Kräutern gut aus. Dieser Kräuterquark ist ein tolles Rezept für deine Hexenküche. Du brauchst:
Verrühre den Quark, den Joghurt und die Mayonnaise. Rühre die Mischung mit etwas Milch glatt. Presse die Knoblauchzehe in den Quark und gib die Kräuter dazu, Schemcke ihn zum Schluss mit Salz und Pfeffer ab. Kräuterquark schmeckt gut zu Kartoffeln oder auf Brot. Besonders lecker ist er auch als Dip für eine Rohkostplatte.

Spielecke : Ein Zaubertrick


Alle Hexen können zaubern. Du auch? Dies ist ein einfacher Trick, mit dem du deine Freunde beeindrucken kannst. Du brauchst:
Verlasse das Zimmer. Während du draußen bist, sucht ein Zuschauer einen der Wachsmalstifte aus und legt ihn in die Papiertüte. Danach rufen dich die Zuschauer wieder herein. Greife in die Tüte und betaste den Stift ohne ihn anzusehen. Kratze dabei heimlich mit dem Nagel etwas Farbe vom Stift. Dann sprichst du eine Zauberformel. Lasse deine Hände über der Tüte kreisen. Unauffällig betrachtest du seine Fingernägel. Kein Problem: Die Farbe ist.....

Bastelecke : Ein Hexenbesen


Du brauchst:
Zuerst verknotest du mit der Schnur das Reisig am Besenstiel. Wickele dann den Draht um das Reisig und verdrille ihn fest mit Hilfe des Holzpflocks. Dann kannst du die Schnur abschneiden. Zwicke mit der Zange den übriggebliebenen Draht ab und biege die Enden nach unten, damit du dich nicht verletzt. Dein Besen ist fertig. Du wirst auf ihm nicht fliegen und auch nicht Quidditch spielen können. Er eignet sich aber prima zum Treppenfegen – und zu deinem Hexenkostüm an Halloween passt er auch.

Herzlichen Dank an Jule Philippi. Sie hat diesen Bericht über die Hexen im Mittelalter sowie die Koch-, Spiel- und Bastelecke für "Wir Kinder aus Süllerbrook" zusammengetragen.


Druckversion | Seite aktualisiert am 25.11.2007
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